Eine Welt-Promotorin

Eine Welt-Promotorin in Bayern

Bundesweit sind im Rahmen des "Eine Welt-PromotorInnenprogrammes" zur Förderung der Eine Welt-Arbeit bereits über 120 Eine Welt-Fach- und RegionalpromotorInnen tätig - seit 2014 auch in Bayern. Inzwischen gibt es sieben Eine Welt-RegionalpromotorInnen (Teilzeit) in Bayern.

Eine Welt-Arbeit und Eine Welt-Politik fangen zu Hause an, im eigenen Leben, am eigenen Wohnort, im eigenen Land. In Bayern lebt Eine Welt-Politik durch die vielen Eine Welt-Akteure, in denen sich mehrere tausend Menschen im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements engagieren. Das Eine Welt-PromotorInnenprogramm soll dieses Engagement stärken. Es unterstützt Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen in ihrem Einsatz für globale Gerechtigkeit. Eine Welt-PromotorInnen geben Anstöße, informieren, beraten, vernetzen und bieten Weiterbildung an. Beispiele aus den Ländern siehe hier.

Getragen wird das Programm von der "Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V." und der Stiftung Nord-Süd-Brücken. Finanziert wird das Programm aus Bundesmitteln (BMZ) sowie von den Ländern. Die Indienhilfe e.V. Herrsching ist Ansiedlungsort für die neue Regionalpromotorin.


Regionales Eine-Welt-Engagement der Indienhilfe jetzt vom Ammersee bis an die Alpen: seit 1.1.2017 mit unserer "Eine Welt-Regionalpromotorin Oberbayern-Süd"

Claudia Wiefel ist „die Neue“ bei der Indienhilfe in Herrsching. Unser Aktionsradius erstreckt sich nun auf die fünf Landkreise Starnberg, Landsberg, Weilheim-Schongau, Bad-Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Im Oktober 2016 hatte sich die Indienhilfe erfolgreich beim Eine Welt Netzwerk Bayern (EWNB) darum beworben, Ansied­lungsort und Kooperationspartner für eine der drei neu bewilligten Regionalpromotor_innen-Stellen in Bayern zu werden.[1] Das EWNB ist Arbeitgeber, hat Fach- und Dienstaufsicht, während die IH den Arbeitsplatz (im Büro unserer Eine Welt-Station für Globales Lernen) stellt und mit ihrer reichen Erfahrung und den vorhandenen Kontakten Jahresplanung und alltägliche Umsetzung des ehrgeizigen, bayernweit abgestimmten Arbeitsprogramms begleitet und unterstützt. Noch vor Weih­nachten 2016 schrieb das EWNB die 2/3-Stelle aus. Unsere Wahl fiel schließlich auf Claudia, die mit einem Master in European Studies/Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik sowie Fortbildungen/Praktika in Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Projektmanage­ment und Entwicklungszusammenarbeit gut zu uns passt. Gleich am 2. Januar trat Claudia tatendurstig in Herrsching zur Arbeit an – die „Herrschinger Woche zum Thema Flucht und Asyl“ vom 13.-22.1.17 bot Gelegenheit, gleich voll einzusteigen. Sie berichtet im Folgenden über ihre ersten Erfahrungen: Wir leben in einer globalisierten Welt, global denken – lokal handeln wird oft propagiert. Die Akteure zu unterstützen, die sich bei uns in Deutschland für die 17 globalen Nachhaltig­keitsziele (SDGs/ Agenda 2030) der UN einsetzen, ist Ziel des bundesweiten Promotor_innen-Programmes. In der Region Oberbayern-Süd vernetze und berate ich solche Akteure, welche es in meinem riesigen Einsatzgebiet erst einmal ausfindig zu machen und bei denen es mich vorzu­stellen gilt.

Eine Welt-Regionalpromotorin Claudia Wiefel (links) und die Schülerinnen der Robin Hood AG mit ihrer Müllskulptur Bild: Barbara Geiling

Ein erster Erfolg waren die beiden gut besuchten Weltladen-Treffen meiner Gesamtregion zu Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Fortbildung. Im Landkreis Starnberg berate ich in Zusammenarbeit mit der Klimamanagerin des Landratsamts und mit öko+fair Gauting momentan interes­sierte Kommunen, im Rahmen des angestrebten fairen Land­kreises Starn­berg Fairtrade Town zu werden. Neben Bera­tung zur Aus­stattung von Schulen und Vereinen mit fairen Bällen koordi­niere ich derzeit auch die Bemühungen, als Koopera­tions­projekt von Weltläden, Fairtrade-Steuerungs­gruppen und der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismus­förderung der Region StarnbergAmmersee eine Regio­nalschokolade zu ent-wickeln. Ein Projektpartner ist mit fairafric[2] bereits gefun­den: ein junges Münchner Unterneh­men, das eine Schoko­ladenproduktion in Ghana aufgebaut hat und als Weltladen­lieferant für faire Schokolade mit Biosiegel vom Weltladen­dachverband anerkannt ist. Die Wertschöpfung erfolgt großenteils im Ursprungsland und schafft dort zusätz­liche fair bezahlte Arbeitsplätze – ein Beitrag zur Flucht­ursachen­bekämpfung vor Ort. Ein weiteres Ziel meiner Arbeit ist es, Bildungsarbeit zu globalen Zusammenhängen, insbesondere in Zusammen­hang mit Kampagnenarbeit zu stärken. Hier kommt mir zugute, dass Thea Wolf, die Leiterin der IH-Eine Welt-Station, über eine umfassende Auswahl an didaktischem Material, Lernkisten und Bildungsbags, sowie zahlreiche Kontakte zu Schulen und engagierten Lehrkräften verfügt. Aus eigener Berufserfahrung in der Durchführung von Schul-Projekttagen zu Themen wie Konsum global oder Wasser im Einkaufskorb oder Migration weiß ich, wie wichtig für junge Menschen der Blick über den Tellerrand ist. Mein Beitrag dafür sind Multi­plikator_innen-Schulungen, die ich vor allem für Lehrer_Innen, aber auch außerschulische Bildungsträger organisiere. Besonders viel Spaß machte mir eine Aktion Ende April mit Schülerinnen der Robin Hood AG der Realschule Herrsching: als Auftakt und Beitrag zu einer Ausstellung über Ressour­censchutz und Plastikfasten im Naturschutz- und Jugend­zentrum des BUND in Herrsching bastelten sie mit der Künst­lerin Renata Hirtl Müllskulpturen in Form von Fischen aus dem Inhalt „gelber Säcke“. Mit ihrer Lehrerin hatten sie sich schon lange vorher mit dem Thema Müll beschäftigt.

Ich freue mich über Hinweise, Kontakte und lasse Ihnen gern in Zukunft meinen Newsletter zukommen.

Kontakt: claudia.wiefel@indienhilfe-herrsching.de


[1] In ganz Deutschland gibt es etwa 100 solcher Stellen, die von BMZ (Entwicklungsministerium) und Land (bei uns die Bayerische Staatskanzlei) gemeinsam finanziert und vom jeweiligen Landesnetzwerk der Eine-Welt-Initiativen koordiniert werden.