Mitgliederversammlung wählt Mitgründerin Angelika Kreuz-Kersting und Elke Chakraborty neu in den Vorstand der Indienhilfe
Bei der gut besuchten Jahres-Mitgliederversammlung der Indienhilfe am Samstag, 10. Oktober 2026, gab es einen Wechsel im - rein ehrenamtlichen - Vorstand: Regine Linder und Dr. Johann Alzinger, die das Amt in den letzten 4-6 Jahren innehatten und es mit Riesenengagement ausfüllten, standen aus persönlichen Gründen nicht mehr für die turnusmäßige Wiederwahl zur Verfügung. Mit Angelika Kreuz-Kersting (Internistin i.R.) und Elke Chakraborty (Psychotherapeutin i.R.) stehen der Vorstandsvorsitzenden Elisabeth Kreuz (Ärztin), deren Amtszeit noch läuft, zwei Frauen zur Seite, die mit dem Verein bestens vertraut sind.
Angelika Kreuz-Kersting und Elisabeth Kreuz haben 1980 die Indienhilfe gegründet, nachdem sie im Jahr zuvor bei einem zweimonatigen Arbeitsaufenthalt als junge Medizinstudentinnen in einer Einrichtung Mutter Teresas das unvorstellbare Elend auf den Straßen Kolkatas ebenso wie in den Flüchtlingshütten auf dem Land in Folge des Unabhängigkeitskrieges Ostpakistans erlebt hatten. Diese Erfahrung und die Diskrepanz zum Wohlstand in Deutschland hatte sie gleich nach der Rückkehr mit dem Berichten und Spendensammeln beginnen lassen. Der Umzug nach Paderborn 1982 änderte nichts an Angelikas Verbundenheit und ihrer alljährlichen Teilnahme an den Mitgliederversammlungen in Herrsching. Im Winter 2002/03 nahm sie mit zweien ihrer Kinder an einer von der Indienhilfe organisierten Gruppenreise nach Kalkutta teil - für Projektbesuche und in Herrschings Partnergemeinde Chatra.
Elke Chakraborty aus Ingolstadt war 1988 gemeinsam mit ihrem aus Bengalen stammenden (inzwischen verstorbenen) Ehemann Bhola als aktives Mitglied der Indienhilfe beigetreten und ist seither ohne Unterbrechung im „Arbeitsausschuss“ an wichtigen Entscheidungen beteiligt. 1992 übernahm sie 10 Jahre lang Vorstandsverantwortung als Kassierin. Über Jahrzehnte hielten Elke und Bhola Dia-Voträge für Spendergruppen, organisierten Ausstellungen und "Indien-Tage" - legendär Bholas und Elkes indische Küche - in Ingolstadt, in Herrsching und bei bayerischen Weltläden, die Projekte der Indienhilfe finanziell förderten. Verwandtenbesuche in Indien nutzten Elke und Bhola immer auch für selbst finanzierte Projektbesuche.
Wie die aktuellen Projekte notleidenden Kindern und ihren Familien in Westbengalen zu Gute kommen, stellten Projektreferentin Dr. Corinna Wallrapp und die indischen Beraterinnen Rusha Mitra und Aparajita Ghosh (zu Gast für die gemeinsame Erstellung von Projektplanungs-Unterlagen und für die Pflege von Herrschings Städtepartnerschaft mit Chatra) eindrücklich vor. Ein kleines Team mit hoher Kompetenz in Planung, Durchführung und Abrechnung.
Für das neue Vorstandstrio, wie für viele kleine und große entwicklungspolitische Organisationen deutschlandweit und bis hinauf ins BMZ, bleibt weiterhin die größte Herausforderung die In-Frage-Stellung und Diffamierung von Entwicklungszusammenarbeit durch konservative bis rechtsextreme Kreise und Medien in Deutschland. Und so kämpft auch die Indienhilfe mit einem schleichenden Spendenrückgang. Aktuell wird dieser ein wenig dadurch kompensiert, dass die Schöck-Familien-Stiftung gGmbH, die Dr. Birk Foundation und das Deutsche Katholische Blindenhilfswerk an die Indienhilfe herangetreten sind und die anteilige Finanzierung einzelner Projekte übernommen haben. Und in den Projekten wird überall, wo möglich, staatliche Förderung einbezogen. Dennoch ist es für den Verein vordringlich, neue Spender zu gewinnen, um die Projekte in Westbengalen mit einem Gesamtbudget von 204.000 Euro im Jahr 2026 finanzieren zu können - neben den Zusagen von Förder-Stiftungen müssen weitere 153.300 Euro aufgebracht werden, und nur, wenn es zum Jahresende ein entsprechendes Plus gibt, kann die Arbeit wie so dringend nötig ausgeweitet werden.
In abgelegenen Regionen, u.a. im Grenzgebiet zu Bangladesh, wo es eine hohe Rate an Kinderarbeit in den Ziegeleibetrieben gibt, und in bergigen Waldgebieten im Jhargram-Distrikt, in dem Indiens indigene Bevölkerung unter extremsten Armutsbedingungen lebt, arbeiten die Partnerorganisationen der Indienhilfe daran, die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern – sei es durch frühkindliche Förderung in den Krippen, Nachhilfe- und Förderunterricht oder durch Aufklärungsarbeit in den Dörfern zu Themen Bildung, Hygiene, Gesundheitsvorsorge etc.. Auch in Herrschings Partnergemeinde Chatra gibt es erfreuliche Entwicklungen: das gereinigte Trinkwasser aus der Trinkwasseranlage erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit und wird mit einer elektrischen Riksha, dem „Water Van“, an die bedürftigen Haushalte in Chatra geliefert. Neu angelaufen ist in Chatra ein Projekt zur Förderung von ökologischem Landbau, bei dem in der Pilotphase 30 Bauernfamilien dabei unterstützt und angeleitet werden, ihre landwirtschaftlichen Flächen mit ökologischen und an den Klimawandel (extreme Überflutungen!) angepassten Methoden zu bewirtschaften. Neben der besseren Versorgung der eigenen Familie sollen die überschüssigen Erträge auf dem Markt angeboten werden und das Einkommen der Familien erhöhen und sichern.
Insgesamt konnten von April 2025 bis März 2026 insgesamt etwa 7.500 Menschen, davon etwa 1.230 Kinder, von den Projekten profitieren und einen ersten Schritt auf dem langen Weg aus der Armut machen!
Spendenkonto: Indienhilfe e.V. Projekte - IBAN DE29 7025 0150 0430 3776 63
Weitere Informationen:
ausführliches Programm der MV
Protokoll und Präsentationen (folgen in Kürze)

