Eine Welt-Promotorin "Oberbayern Süd"


Eine Welt-Promotorin für die Region "Oberbayern Süd":

Annika Waymann

seit 1.3.2019

Kontakt: ew-promotor_in.obb.sued@indienhilfe-herrsching.de

Tel.: 08152-9999514

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

Den aktuelle Rundbrief 01/2019 finden Sie hier


Die neue Eine-Welt-Regionalpromotorin Annika Waymann stellt sich vor
(März 2019)

Zum 1. März 2019 hat Annika Waymann die Nachfolge von Claudia Wiefel als Eine-Welt-Regionalpromotorin für die Region "Oberbayern Süd" angetreten. Ihre Aufgaben sind vielfältig und ihr Aktionsradius umfasst die Landkreise Starnberg, Landsberg, Weilheim-Schongau, Bad-Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen

Als eine von bundesweit über 140 Eine-Welt-Promotor*innen berät, vernetzt und qualifiziert Annika Waymann Akteure der Eine Welt-Arbeit. Das bundesweite Promotor*innenprogramm wird vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den Bundesländern finanziert. Im Oktober 2016 hatte sich die Indienhilfe erfolgreich beim Eine Welt Netzwerk Bayern (EWNB) darum beworben, Ansiedlungsort und Kooperationspartner für eine der drei neu bewilligten Regionalpromotor*innen-Stellen in Bayern zu werden. Inzwischen gibt es sechs Regionalpromotor*innen in Bayern´(Teilzeit) und das BMZ hat die Laufzeit des Programms 2019 um weitere drei Jahre verlängert.

Ziel des Programms ist es, die entwicklungspolitische Inlandsarbeit der Zivilgesellschaft zu stärken. Denn nachhaltige Entwicklung ist nicht auf Länder des globalen Südens begrenzt, sie erfordert auch ein Umdenken im eigenen Land. Bei Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und globaler Gerechtigkeit kommt es auf das Handeln jedes Einzelnen an.

Annika Waymann hat sich mit diesen Themen während ihres Studiums der „Internationalen Wirtschaft und Entwicklung“ (Bachelor) und „Economics“ (Master) intensiv auseinandergesetzt. Durch einen einjährigen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst beim Ugandischen Roten Kreuz 2009/10 lernte sie die Lebensumstände und Herausforderungen in einem Entwicklungsland zudem aus nächster Nähe kennen. Neben dem Studium absolvierte sie Praktika in den Wirtschaftsredaktionen von Tagesspiegel und taz und dem Wirtschaftsmagazin enorm. 2016 zog es sie aber doch weg vom Journalismus und sie leistete ein zweimonatiges Praktikum beim Eine Welt Netz NRW ab. Dort arbeitete sie an der Kampagne „Wertvoll Einkaufen - Deine Stadt Kann Fair“ mit. Ihre Masterarbeit schrieb sie über die Auswirkungen der europäischen Agrarsubventionen auf Subsahara-Afrika aus historischer Sicht.

Seit sie ihre Arbeit bei der Indienhilfe e.V. Herrsching als Eine Welt-Regionalpromotorin begonnen hat, setzt sie sich ganz konkret für Themen wie Fairen Handel und Bildungsarbeit im Bereich „Globales Lernen“ ein. So wirkte sie an der Durchführung eines Treffens der Weltläden der Region Oberbayern Süd mit, informierte über die Fairtrade-Town-Kampagne und plant ein Treffen von Fairtrade-Town Steuerungsgruppen der Region Oberbayern Süd (Stand: Ende März 2019). Thema des Treffens wird die „Faire Beschaffung in der Kommune“ sein – also die Frage, wie Städte und Gemeinden ihre Macht als bedeutende Nachfrager von Textilien, Informationstechnik, Natursteinen etc. nutzen können, um die Produktions- und Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern positiv zu beeinflussen. Ganz nach dem Motto global denken – lokal handeln.

Dieses Motto könnte auch das Projekt der bio-fairen Regionalschokolade „Seenliebe“ übertiteln. Das Koopera­tions­projekt von Weltläden, Fairtrade-Steuerungs­gruppen und der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismus­entwicklung im Landkreis Starnberg mbh wurde von Annikas Vorgängerin Claudia Wiefel angestoßen. Ziel ist es, die Wertschätzung der Region StarnbergAmmersee zu fördern und gleichzeitig ein positives Beispiel für faire Handelsbeziehungen zu geben.

Die Schokolade wird von dem Unternehmen fairafric geliefert, während das Projektteam für Marketing und der Weltladen der Indienhilfe für den Vertrieb verantwortlich ist. Das Besondere an dem jungen Münchener Unternehmen fairafric ist, dass es die Schokolade vollständig in Ghana produzieren lässt. Die Wertschöpfung der Schokolade findet somit in Ghana statt und schafft dort Arbeitsplätze, wo der Kakao auch angebaut wird. Damit hebt sich die SeenLiebe-Schokolade von fairafric von anderen Fairtrade-Schokoladen ab, bei denen nur der Kakao aus Ländern des globalen Südens kommt. „Wertschätzung der Region, Wertschöpfung in Ghana“ – so lautet der Werbespruch für die SeenLiebe-Schokolade.

Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Planungsphase wurde im Dezember 2018 die erste Fuhre SeenLiebe-Schokolade geliefert und soll nun bald in einer großen Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Weitere Informationen zur Seen-Liebe-Schokolade finden Sie hier.

Wie das SeenLiebe-Projekt, sind auch die sonstigen Aufgaben der Eine Welt-Regionalpromotorin darauf ausgelegt, menschenwürdiges Leben in allen Erdteilen durch faire Handelsbeziehungen und zukunftsorientiertes Handeln zu ermöglichen.

Wenden Sie sich an Annika Waymann, wenn Sie:

  • Beratung und Unterstützung bei Ihrem entwicklungspolitischen Engagement benötigen
  • Eine-Welt-Themen in Ihrer Stadt oder Gemeinde präsenter machen möchten oder sich dort für nachhaltige Beschaffung einsetzen wollen
  • wissen möchten, wie man Fairtrade-Town oder Fairtrade-Schule wird
  • Lehrer*in oder Hortleiter*in sind und an einer Fortbildung für Globales Lernen teilnehmen möchten
  • Fragen zur Arbeit und Wirkung der Regionalpromotor*innen haben

Bundesweit sind im Rahmen des "Eine Welt-PromotorInnenprogrammes" zur Förderung der Eine Welt-Arbeit bereits über 140 Eine Welt-Fach- und Regionalpromotor*innen tätig - seit 2014 auch in Bayern. Inzwischen gibt es sechs Eine Welt-Regionalpromotor*innen (Teilzeit) in Bayern.

Eine Welt-Arbeit und Eine Welt-Politik fangen zu Hause an, im eigenen Leben, am eigenen Wohnort, im eigenen Land. In Bayern lebt Eine Welt-Politik durch die vielen Eine Welt-Akteure, in denen sich mehrere tausend Menschen im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements engagieren. Das Eine Welt-Promotor*innenprogramm soll dieses Engagement stärken. Es unterstützt Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen in ihrem Einsatz für globale Gerechtigkeit. Eine Welt-Promotor*innen geben Anstöße, informieren, beraten, vernetzen und bieten Weiterbildung an. Beispiele aus den Ländern siehe hier.

Getragen wird das Programm von der "Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V." und der Stiftung Nord-Süd-Brücken. Das "PromotorInnenprogramm zur Förderung der Eine Welt-Arbeit" wird in Bayern gefördert aus Mitteln der Bayerischen Staatskanzlei sowie über Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Indienhilfe e.V. Herrsching ist Ansiedlungsort und Arbeitgeber für die neue Regionalpromotorin "Oberbayern Süd".


Regionales Eine-Welt-Engagement der Indienhilfe jetzt vom Ammersee bis an die Alpen: seit 1.1.2017 mit unserer "Eine Welt-Regionalpromotorin Oberbayern-Süd"

Claudia Wiefel ist „die Neue“ bei der Indienhilfe in Herrsching. Unser Aktionsradius erstreckt sich nun auf die fünf Landkreise Starnberg, Landsberg, Weilheim-Schongau, Bad-Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Im Oktober 2016 hatte sich die Indienhilfe erfolgreich beim Eine Welt Netzwerk Bayern (EWNB) darum beworben, Ansied­lungsort und Kooperationspartner für eine der drei neu bewilligten Regionalpromotor_innen-Stellen in Bayern zu werden.[1] Das EWNB ist Arbeitgeber, hat Fach- und Dienstaufsicht, während die IH den Arbeitsplatz (im Büro unserer Eine Welt-Station für Globales Lernen) stellt und mit ihrer reichen Erfahrung und den vorhandenen Kontakten Jahresplanung und alltägliche Umsetzung des ehrgeizigen, bayernweit abgestimmten Arbeitsprogramms begleitet und unterstützt. Noch vor Weih­nachten 2016 schrieb das EWNB die 2/3-Stelle aus. Unsere Wahl fiel schließlich auf Claudia, die mit einem Master in European Studies/Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik sowie Fortbildungen/Praktika in Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Projektmanage­ment und Entwicklungszusammenarbeit gut zu uns passt. Gleich am 2. Januar trat Claudia tatendurstig in Herrsching zur Arbeit an – die „Herrschinger Woche zum Thema Flucht und Asyl“ vom 13.-22.1.17 bot Gelegenheit, gleich voll einzusteigen. Sie berichtet im Folgenden über ihre ersten Erfahrungen: Wir leben in einer globalisierten Welt, global denken – lokal handeln wird oft propagiert. Die Akteure zu unterstützen, die sich bei uns in Deutschland für die 17 globalen Nachhaltig­keitsziele (SDGs/ Agenda 2030) der UN einsetzen, ist Ziel des bundesweiten Promotor_innen-Programmes. In der Region Oberbayern-Süd vernetze und berate ich solche Akteure, welche es in meinem riesigen Einsatzgebiet erst einmal ausfindig zu machen und bei denen es mich vorzu­stellen gilt.

Eine Welt-Regionalpromotorin Claudia Wiefel (links) und die Schülerinnen der Robin Hood AG mit ihrer Müllskulptur Bild: Barbara Geiling

Ein erster Erfolg waren die beiden gut besuchten Weltladen-Treffen meiner Gesamtregion zu Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Fortbildung. Im Landkreis Starnberg berate ich in Zusammenarbeit mit der Klimamanagerin des Landratsamts und mit öko+fair Gauting momentan interes­sierte Kommunen, im Rahmen des angestrebten fairen Land­kreises Starn­berg Fairtrade Town zu werden. Neben Bera­tung zur Aus­stattung von Schulen und Vereinen mit fairen Bällen koordi­niere ich derzeit auch die Bemühungen, als Koopera­tions­projekt von Weltläden, Fairtrade-Steuerungs­gruppen und der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismus­förderung der Region StarnbergAmmersee eine Regio­nalschokolade zu ent-wickeln. Ein Projektpartner ist mit fairafric[2] bereits gefun­den: ein junges Münchner Unterneh­men, das eine Schoko­ladenproduktion in Ghana aufgebaut hat und als Weltladen­lieferant für faire Schokolade mit Biosiegel vom Weltladen­dachverband anerkannt ist. Die Wertschöpfung erfolgt großenteils im Ursprungsland und schafft dort zusätz­liche fair bezahlte Arbeitsplätze – ein Beitrag zur Flucht­ursachen­bekämpfung vor Ort. Ein weiteres Ziel meiner Arbeit ist es, Bildungsarbeit zu globalen Zusammenhängen, insbesondere in Zusammen­hang mit Kampagnenarbeit zu stärken. Hier kommt mir zugute, dass Thea Wolf, die Leiterin der IH-Eine Welt-Station, über eine umfassende Auswahl an didaktischem Material, Lernkisten und Bildungsbags, sowie zahlreiche Kontakte zu Schulen und engagierten Lehrkräften verfügt. Aus eigener Berufserfahrung in der Durchführung von Schul-Projekttagen zu Themen wie Konsum global oder Wasser im Einkaufskorb oder Migration weiß ich, wie wichtig für junge Menschen der Blick über den Tellerrand ist. Mein Beitrag dafür sind Multi­plikator_innen-Schulungen, die ich vor allem für Lehrer_Innen, aber auch außerschulische Bildungsträger organisiere. Besonders viel Spaß machte mir eine Aktion Ende April mit Schülerinnen der Robin Hood AG der Realschule Herrsching: als Auftakt und Beitrag zu einer Ausstellung über Ressour­censchutz und Plastikfasten im Naturschutz- und Jugend­zentrum des BUND in Herrsching bastelten sie mit der Künst­lerin Renata Hirtl Müllskulpturen in Form von Fischen aus dem Inhalt „gelber Säcke“. Mit ihrer Lehrerin hatten sie sich schon lange vorher mit dem Thema Müll beschäftigt.


[1] In ganz Deutschland gibt es etwa 100 solcher Stellen, die von BMZ (Entwicklungsministerium) und Land (bei uns die Bayerische Staatskanzlei) gemeinsam finanziert und vom jeweiligen Landesnetzwerk der Eine-Welt-Initiativen koordiniert werden.