Dialog der Kulturen: Jazz in Indien - Der Perkussionist Magnus Dauner zu Gast in Indien
Im November 2025 war der Allgäuer Jazz-Perkussionist Magnus Dauner gemeinsam mit seiner Band auf Indien-Tour. Im Rahmen des Projekts "Portrait in Rhythm" spielten sie gemeinsam mit indischen Musikern sieben Konzerte in Jazzclubs, Musikinstituten, den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts, Musikschulen und auch in einem Tempel in Bangalore und Delhi. Gefördert wurde die Tour im Rahmen des Projekts "Dialog der Kulturen - Bayern meets Bangalore" durch das Goethe-Institut.
BR Klassik berichtet HIER ausführlich über dieses aussergewöhnliche Projekt
Über das Projekt "Portrait in Rhythm":
„Rhythmus ist die Ordnung in der Bewegung.“ So soll Platon versucht haben das Phänomen Rhythmus zu beschreiben. Und es spricht wenig dagegen dem griechischen Universalgelehrten zu widersprechen.
"Portrait in Rhythm" lautet der Titel des innovativen Musikprojekts unter der Leitung von Magnus Dauner und seinem talentierten Ensemble. Seine Musik ist von den beiden Parametern Bewegung und Ordnung sichtlich geprägt. Inspiriert von seiner Zeit als Schüler am Karnataka College of Percussion in Bangalore und den vielen musikalischen Reisen und Begegnungen schöpft Magnus Dauner hier aus dem großen Topf weltweiter Musik.
Gemeinsam mit dem Sänger Kilian Sladek, dem Trompeter Andreas Unterreiner, dem Pianisten Andreas Schütz und Lukas Pamminger am Bass beeindrucken die fünf Musiker mit einem wunderbaren Zusammenspiel aus bekannten und unbekannten Klangwelten und erobert damit nicht nur die Herzen der Zuhörer jedes Mal aufs Neue, sondern wurden auch für ihren innovativen Sound und die mitreißende Energie hochgelobt.
Ihre Live-Aufritte sind ein Spiel aus Spannung und Entspannung, geprägt von der Freiheit des Jazz und einer ausnahmslos ansteckenden Spielfreude. Immer in Bewegung, immer im Rahmen einer vorgegeben Ordnung! Akustische Bilder voller lebendiger Rhythmen und Töne.
Was steckt hinter Portrait in Rhythm?
"Protrait in Rhythm" ist das Ergebnis vieler einzelner Entwicklungen, die sich letztlich alle verbunden haben und auch prima ergänzen: Da ist zum einen der lang existierende Wunsch und auch das Bedürfnis Magnus Dauners, seine rhythmischen und musikalischen Ideen in Eigenkompositionen zu packen. Dann sind da auch die Lehren aus der Corona Zeit, die ihm damals erneut sehr deutlich gemacht haben, dass die Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit (so weit es in der Musik eben möglich ist) für ihn als Musiker ungemein wichtig sind. Aber nicht nur wirtschaftlich, sondern ganz besonderes auch künstlerisch. Und dann ist da noch das Vorläuferprojekt, die Band Portrait in Rhythm, die er 2017 mit Karthik Mani aus Indien gründete. Gemeinsam spielten sie 2017 und 2018 zwei Tourneen mit dem Gitarristen Torsten deWinkel und dem Bassisten Kai Eckhardt. Da hier aber alle drei Musiker über den gesamten Kontinent verteilt wohnen, in Indien, den USA und wechselnd auf den Kanaren und Frankfurt, war es für Dauner wichtig mit Musikern und vor allem Freunden aus seiner nahen Umgebung zusammen zu arbeiten. Dabei war ihm ganz besonders wichtig, dass sich seine Bandkollegen auch persönlich gut kennen und die musikalisch Entwicklung der letzten Jahre nachvollziehen können.
Welche Rolle spielt die indische Musik und die indische Rhythmik in seiner Musik?
Das System der indischen Rhythmik, die Idee davon und die Herangehensweise an den zeitlichen Verlauf von Musik in der klassischen südindischen Musik haben einen großen Einfluss auf Dauners Kompositionen. Es ist die Art und Weise, wie mit dem zeitlichen Verlauf von Melodien oder Musik umgegangen werden kann, was ihn sehr fasziniert. Wir dürfen uns darüber bewusst sein, dass sich Musik weltweit auf der einen Seite sehr gleich aber auch total verschieden entwickelt hat. Und für gleiche Bedürfnisse oder musikalische Notwendigkeiten, wie zum Beispiel das deutlich machen eines Schlusses, wurden unterschiedliche Lösungen gefunden, die aber eben alle das selbe Ziel haben. In der europäisch geprägten Musik werden z.B. Schlusskadenzen dafür verwendet, in der carnatic music, dienen dazu Muktayams. Das sind quasi rhythmische Kadenzen die gezielt auf einen Schluss hinführen.
Diese und viele andere Aspekte haben viel Einfluss darauf wie Dauner Melodien hört und schreibt und seine Stücke komponiert. Solche Sachen stecken in fast all seinen Songs, mal sehr offensichtlich aber meistens auch quasi unsichtbar. Häufig sind es auch Fragmente die unser westlich geprägtes Ohr zwar irgendwie kennt aber anders einordnet als es vielleicht das Ohr eines Hörers tut, der mit südindischer Musik aufgewachsen ist.
Weitere Informationen zum Projekt "Portrait in Rhythm" finden Sie HIER

